Woher der Mythos kommt
Katzen sind die einzigen Endwirte des Parasiten, also die einzige Tiergruppe, die Oozysten ausscheidet. Daraus wurde lange geschlossen, Katzenhaltung sei gleichbedeutend mit Ansteckungsgefahr. Die Epidemiologie zeichnet ein anderes Bild: In der größten europäischen Fall-Kontroll-Studie hatte direkter Katzenkontakt während der Schwangerschaft kein erhöhtes Infektionsrisiko zur Folge (Odds Ratio 1,0) [coo]. Der Hauptrisikofaktor bleibt rohes Fleisch, gefolgt von Erdkontakt.
Was das Risiko wirklich begrenzt
- Katzen scheiden Oozysten nur einmal im Leben aus, für etwa 1 bis 3 Wochen nach ihrer eigenen Erstinfektion [cdc]
- Die Oozysten brauchen danach 1 bis 5 Tage in der Umwelt, um überhaupt infektiös zu werden
- Streicheln, Kuscheln und Katzenhaare spielen praktisch keine Rolle
- Wohnungskatzen mit Fertigfutter fressen keine infizierten Beutetiere und scheiden deshalb praktisch nie Oozysten aus
Diese Maßnahmen genügen
- Katzentoilette täglich wechseln lassen; falls Sie selbst machen: Handschuhe tragen, danach Hände waschen
- Keine rohe Fleischfütterung (BARF) während der Schwangerschaft
- Nach Gartenarbeiten Hände waschen, Sandkasten abdecken
- Gemüse und Obst gründlich waschen, Fleisch durchgaren
Quellen
Grundlage sind der RKI-Ratgeber Toxoplasmose und die CDC-Dokumentation zum Lebenszyklus. Diese Seite ordnet ein allgemeines Risiko ein und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.
